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 Shabby Chic

Mehr als nur schäbiges Design – bärenstarker Vectra mit Omega MV6-Maschine

Bubak“ nennt Detlef Pötsch diese Design-Mischung aus zerkratztem Blech und einer schäbig anmutenden Oberfläche. Was auf Floh- und Antikmärkten längst zur Mode geworden ist, gehört im Tuningbereich zu den ungewöhnlichen Konzepten. Das technische Highlight des „zerkratzten“ Vectras ist die quer eingebaute MV6-Maschine aus einem Omega B.

„Detlef ist in seiner tschechischen Heimat in der Tuning- und Airbrush Szene kein Unbekannter. Auf Messen und bei Ausstellung verleiht er Frauen Ganzkörper-Farbe. Mit gängigem Airbrush von Film- und Landschaftsmotiven hat sein Stil wenige Berührungspunkte. Landesweit bekannt geworden ist er auf Grund seines täuschend echten Imitats eines Holz-Opels, der erst bei näherer Betrachtung das Geheimnis seiner Maserung preisgibt. Vier lange Jahre stand dieser Vectra in der Garage. „Bubak“ war die spontane Idee, ein silbergrau lackiertes Auto wie nach einer Schleifpapier-Orgie aussehen zu lassen. Vergleichbar ist das Design mit dem schäbigen Schick, wie er bei künstlich gealterten Einrichtungsgegenständen im nostalgischen Stil angewendet wird.

Dezente Modifikationen ergänzen die seriennahe Karosserie. Heck- und Frontschürzen stammen ebenfalls von einem Vectra 2000, allerdings eines späteren Modelljahrs Die Blecharbeiten an den sichtbar breiteren Kotflügeln, sowie die Hutze auf der Motorhaube bewerkstelligte Zdenek aus Prag. Als käme der unaufdringlich wirkende Heckflügel direkt aus dem GM-Zubehör: „Er gehört zur Serienausstattung des ersten Škoda Octavia RS“ verrät uns Detlef.

Weder Räder noch Motorraum blieben von Tatendrang des tschechischen Designers „verschont“. Wo bei „Pokalfahrzeugen“ Chrom aus Motorraum oder im Radhaus blitzt, geht das Layout mit der Karosserie konform. Allerdings dient der Vectra ehr als Alltagsauto, denn als bewertungswürdiges Fahrzeug für Tuningtreffen.

Dennoch: Die optische Performance unterstreichen einerseits 17 Zoll Leichtmetallfelgen von Steinmetz. Die bearbeiteten Rauflaufkanten in Verbindung mit der 50mm Tieferlegung bewirken einen optisch wohl proportionierten Stand, in der Tuningbranche gerne „Stance“ genannt.

Alltag bedeutet für Detlef satte MV6-Power. Zunächst folgte dem serienmäßig verbauten 2.0 Liter-Motor eine 2,5er Maschine, mit deren Leistungsausbeute er sich noch immer nicht zufrieden gab. Einer silbernen Omega Limousine beraubte man ihres 3-Liter MV6-Triebwerks. Die kompakte und kurze Bauform der V6-Motoren ermöglicht den Quer-Einbau in Front-Angetriebene Fahrzeuge wie den Vectra. Bei der Installation des Sechszylinders wurden der serienmäßige Ansaugtrakt sowie alle ECOTec-Maßnahmen bei Seite gelassen. Hier bediente man sich beim Vectra A V6, von dem auch die komplette Elektronik entnommen wurde. Das sichtbare Ende der Auspuffanlage wirft Fragen auf.

 Der Eigenbauanlage aus Edelstahl flanschte Detlef ein quer verlegtes Rohr des Vectra A V6 an, was seinem Sinn für nicht-alltägliche Maßnahmen entspricht. Allrad schluckt Leistung, die allerdings hier erst ab 4000 Touren um Tragen kommt. Kurzerhand wurde die Hinterachse abgekoppelt, um alle Kräfte nach vorne zu leiten. Das zahlt sich auch beim Verbrauch aus. Auf den gut überwachten Landstraßen sind Werte um die 7,5 Liter auf 100 Kilometer möglich. Andererseits befähigt die Leistung von 240 PS zur Geschwindigkeit, die in Tschechien bis zu 12 Monate Fahrverbot nach sich zieht.

Das alltägliche Spaßmobil ist kein Pokaljäger. Der Interieur verbleibt, von ein bisschen Lack abgesehen, im werkseitigen Zustand. Auf die Frage nach Musikanlage folgen ein lautes Lachen und nach Drehen des Zündschlüssels ein kleiner Soundcheck: Leere Edelstahlrohre machen die Musik. Shabby Chick ist eben nicht nur die Optik

Typ: Opel Vectra 2000 16V (1994)
Motor:  3,0i 24V, MV6-DOHC (X30XE), K&N Luftfilter, Ansaugtrakt und Elektronik Vectra A V6 (2,5)

Auspuff: Eigenbau mit Vectra A V6 Edelstahl-Querrohr
Leistung (max): 240 PS
Kraftübertragung: 5-Gang Getriebe, Umbau auf Frontantrieb
Fahrwerk:  AP-Federn 60/50, Koni gelb Dämpfer härteverstellbar

Felgen (Herst./Größe): einteilige Steinmetz ST1 / 8x17 Zoll ET46, 20mm Distanzscheiben an Hinterachse
Bereifung (Herst./Größe):  Uniroyal / 225/45x17
Bremsen(vo/hi): Zimmermann Scheiben / Scheiben
Weitere Extras: Vauxhall Grill, Vectra 2000 Schürzen, Blechverbreiterungen, modifizierte FK-Scheinwerfer, Blinker versetzt, Heckflügel Škoda Octavia RS,  Airbrush: Detlef Pötsch

Interieur: lackiert, blaue Tachoscheiben
ICE: nicht notwendig
Danksagung: Gogocars (Blecharbeiten), Zdenek (Montage)

Text & Foto: Heinz Bauriedel für Opel Flash 6/2015

Fotografiert am 11. Mai 2008 in Liberec(CZ). Bei meinem Besuch in Liberec stellte mir Detlef Pötsch neben seinem „Holz Opel“-Vectra auch den Vectra mit zerkratztem Airbrush-Design vor. Die Geschichte plante ich für eine 2009er Ausgabe der OPEL TUNING ein. Allerdings beendete der Delius-Klasing Verlag mit Erscheinen der 2/2009er Ausgabe seine kompletten TUNING-Magazine, womit die Geschichte des Vectras ein warmes Platzchen auf einer externen Festplatte einnahm. Da ich 2014 zu wenig Opels fotografiert hatte, setzte ich mich mit Detlef in Verbindung, um mich nach dem Wohlbefinden des Vectras zu erkundigen. „Sieht noch genauso aus und läuft“, war für mich das Zeichen zum Abschluss der Geschichte. Auf die Überschrift hat mich meine Frau gebracht, die gerade einen Bilderrahmen auf „shabby chic“ trimmte.

 
 
Gerd Plietsch Presse
 
 

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