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 Rekord Survivor

Unrestauriertes Opel Olympia Rekord Coupé P2

Unverbastelt. Ungeschweißt. Unrestauriert. Wie viele Fahrzeuge älter als 50 Jahre findet man heute im unrestaurierten Originalzustand? Herbert Hofmanns 1962er Opel Rekord Coupé gehört zu den „rare survivors“, die nicht im Museum stehen, sondern auf der Straße fahren.

Wer die Gebrauchtwagen-Profis Mike Brewer und Edd China auf DMAX (Wheeler Dealers) verfolgt, dem ist mit Sicherheit der Begriff „Survivor“ aufgefallen. Im automobilen Bereich bezeichnet man damit diejenigen Fahrzeuge, die tatsächlich mehrere Jahrzehnte ohne Restauration überstanden haben. Auch bei uns soll nicht nur das mit viel Mühen und vor allem Geld restaurierte Fahrzeug Beachtung finden, sondern auch die überlebenden Opels. Mittlerweile ist ein Trend zur unrestaurierten Rarität zu beobachten und aus diesem Blickpunkt zählt dieser Opel Olympia Rekord P2 zu den Trendsettern.

P2 steht für „Panoramascheibe V2.0“, um jüngeren Lesern den Einstieg in die Historie zu erleichtern. Technisch orientierte sich der mit verbessertem Insassenschutz ausgestattete P2 an seinem Vorgängermodell, allerdings ließ er die spektakuläre Panoramascheibe vermissen. Damals ging für die Hersteller „Coupé“ noch ganz einfach. Man nehme die Limousine und schneide, gemäß dem Sinne von „coupieren“, die hintere Dachpartie ab. Fertig!

 In Wikipedia steht geschrieben: Das Coupé, dessen Dach niedriger und hinten stärker abgeschrägt war als das der Limousine, erhielt wegen der etwas unausgewogenen Proportionen den Spitznamen „Rasender Kofferraum“. Tatsächlich besitzt der Kofferraum des Coupés selbst aus heutiger Sicht gigantische Ausmaße. Zunächst rüstete Autenrieth in Darmstadt Limousinen in Coupés um. Erst ab August 1961 fertigte das Opel-Stammwerk Rüsselsheim die Coupé-Karosserie selbst. Die Gesamthöhe des Coupés ist um 8 cm niedriger im Vergleich zur Limousine.

Aus dem Becker Europa dudelte „Viens danser le Twist“ von Johnny Hallyday, als Pierre seine Françoise zur Mutter machte. Oui! Dieser Rekord P2 ist tatsächlich ein Wahl-Franzose, denn direkt nach Verlassen der Werkshallen findet der für den Westeuropäischen Markt produzierte Opel in Frankreich seinen neuen Besitzer. Auf Grund des hervorragenden Zustands muss er penibel gehegt und gepflegt worden sein.

 Mitten in den Neunzigern bot ihm sein Besitzer zum Verkauf an. Zurück in Deutschland verbringt der P2 seine Midlifecrisis bei einem Oldtimerfreund, der eigentlich zu wenig Zeit und Muse für den flotten Deutsch-Franzosen findet. Erneut wird der P2 zum Verkauf angeboten.

15! In Worten fünfzehn historische und fahrbereite Opels befinden sich im Besitz von Herbert Hofmann. Zwei seiner Fahrzeuge laufen mit H-Kennzeichen, der Rest der Opel-Gang wird mit zwei verschiedenen H-Kennzeichen bewegt. Dank des guten Zustands konnte der ab 1984 bei einem Opel Händler in Bayreuth zum Kfz-Mechaniker ausgebildete Opel-Fan das Coupé ohne Stress in seine Sammlung eingliedern. Der Vorbesitzer hatte den Franzosen bereits „eingedeutscht“ und gleichzeitig die Qualifikation für das rote Oldtimer-Kennzeichnen bestanden. Nichts einzuwenden gab es gegen die gelben Nebelscheinwerfer, wie sie in Frankreich üblich sind.

Herbert untersuchte das am 1. Juli 1962 zugelassene Fahrzeug auf Restaurationsspuren. Glücklicherweise Erfolglos. Abgesehen vom Tausch der Verschleißteile entspricht der Opel dem Original, durchsetzt mit viel Patina an den Chromteilen. Liebhaber des 100%igen Originalzustands mögen verzeihen, dass die Batterie im Motorraum auf der rechten Seite angebracht ist. Wegen einer wahrscheinlich bereits in Frankreich eingebauten Standheizung musste der Stromspender auf die linke  Seite ausweichen. Die Standheizung ist mittlerweile verschwunden. Doch die Rückrüstung auf die linke Seite mit all den Kabelverlegungen würde den Aufwand nicht rechtfertigen.

Im Vergleich zu modernen Fahrzeugen legte man damals mehr Wert auf Licht und Sicht. Trotz der Coupéform ist die Übersicht nach hinten gewährleistet, da die aus den 50ern übrig gebliebenen Flossen als Orientierungspunkt dienen. Herbert schätzt die „manuelle Klimaanlage“ auf der Motorhaube, die mittels eines Hebels unter der Mittelkonsole auf Frischluft geschaltet werden kann. Zudem wurde das Coupé mit vorderen und hinteren Ausstellfenstern ausgeliefert. Bis zum Produktionsende im Februar 1963 liefen ungefähr 800.000 Exemplare vom Band, darunter ungefähr 33.500 von Opel produzierte Coupés. Herberts Mission kann nur lauten: pflegen, hegen und erhalten.

Typ: Opel Olympia Rekord P2 Coupé (1962)
Motor:  1,7l S Motor, Vierzylinder, 1680 ccm, 36er Fallstromvergaser Lizenz Carter,
Auspuff: Serie
Leistung (max): 60 PS bei 4100 U/min
Kraftübertragung: 4-Gang Getriebe, Hinterradantrieb, Lenkradschaltung
Vorderachse:  Doppelquerlenker, Schraubenfedern Stabilisator,
Hinterachse: 3-Blatt Halbfedern (Starrachse)
Felgen (Herst./Größe): Opel Stahlfelgen 4,5x13
Bereifung (Herst./Größe): Maxxis A-1 / 165/80R13
Bremsen(vo/hi): Trommel 200mm/Trommeln 230 mm
Weitere Extras: Lackierung: Terrabeige mit Bermuda Grün (Dach), Nebelscheinwerfer (Frankreich), hintere und vordere Ausstellfenster
Interieur: Serie mit Breitbandtacho
ICE: Becker Europa

Fotografiert beim Racingday in Schwandorf am 18. April 2015

 Während ich den Astra vor der Linse hatte, erkannte ich im Augenwinkel ein Rekord P2 Coupé, das ich vorher noch nie gesehen hatte. Nach einer halben Platzrunde wusste ich mehr. Dem Hofmanns Herbert gehört der alte Opel. Der Herbert ist in der Fränkischen Opel-Oldtimer Szene bekannt wie ein bunter Hund, vor allem wegen seines roten Manta B CC, mit dem er bei Oldtimertreffen teilnimmt. In Schwandorf tauchte er mit drei Fahrzeugen auf, von denen ich den „rasenden Kofferraum“ auswählte. Ich habe in der Geschichte Phantasie walten lassen. Ob ein kleiner Franzose in dem Auto gezeugt wurde, ist freilich nicht bewiesen, aber durchaus im Bereich des Möglichen.

Text & Fotos: Heinz Bauriedel für Opel Flash 7/2015

 
 
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