Gallery
 Rommel

Für skandinavische Schotterpisten getarnter Wüstenfuchs– 1984er G-Modell

„Tieferlegen macht doch jeder. In der Höhe liegt die Lust“ meint Jochen Spörl. Der Unternehmer aus Oberfranken baute seinen „Rommel“ genannten 911er für endlos lange Schotterstrecke in Schweden. Wo er auch immer mit seinem Porsche auftaucht, sorgen beide für Aufsehen und ausreichend Gesprächsstoff.

Jochen ist ein „oberfränkischer Skandinavier“. Er liebt den Norden. Er liebt die Leute, die Tiere und selbst den Schotter auf den schwedischen Pisten. Er mag es, wenn die Steine am Unterboden prasseln, dass man im Inneren sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Auf einer überlangen Etappe in einem vierradangetriebenen Geländewagen überfiel ihn schlagartig die Idee, dass ein leichter, heckangetriebener Porsche das bessere Fahrzeug für derartige Unternehmungen wäre. Durch Recherchen im Internet stieß er auf Dr. Erik Brandenburg, der bereits mit höhergelegten Porsche praktische Erfahrungen gesammelt hatte. Es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen zwei Extremisten im positiven Sinne. Dr. Brandenburg hatte gerade einen „Martini Porsche“ für Afrika-Touren in Angriff genommen, als Jochen den Arzt und Rettungsmediziner mit einem ganz besonderen Wunsch überfiel: Ich will diesen Porsche! 

Er konnte Dr. Brandenburg tatsächlich davon überzeugen, ihn den bereits an Karosserie und am Fahrwerk auf harte Pisten vorbereiteten Rohling zu überlassen. Jochen und sein Kumpel Martin vollendeten den Porsche nach ihren eigenen Vorstellungen.

Große Räder aus dem Offroad-Bereich für und die von Dr. Brandenburg mit Bilstein-Spezialdämpfern entwickelte Höherlegung bis zu 34 cm Bodenfreiheit sind das A und O für unbefestigte Wege. Sichtbar vergrößert zeigen sich alle Radhäuser, die mittels kunstvoller Blecharbeiten an Breite und Tiefe zulegten. Auch im Inneren des Radhauses steht die Raumgewinnung an erster Stelle, vor allem an der Vorderachse, um Lenkeinschläge schmerzfrei betätigen zu können.

Die Fuchs Felgen in der Dimension von 6,5x16 sind nicht außergewöhnlich, die Reifen zeigen mehr Gummi als gewöhnlich. In der Größe 205/80R16 gelten die unverwüstlichen Michelin-Reifen als typische Bereifung für Geländewagen und Kleinlaster. Unabdinglich ist die hinter der vorderen Stoßstange sitzende Seilwinde. Befestigt an einem Baum kann man das Fahrzeug zum Reifenwechsel hochheben, ohne dass dafür manuell zu betätigende Wagenheber notwendig wären. Von Hilfeleistungen für andere Teilnehmer gar nicht zu sprechen.

Die gelochten Stoßstangen sind eine Hommage an Rallyefahrzeuge des Hauses Porsche und deuten an, dass unnötiges Gewicht möglichst vermieden wird „Man munkelt ja, dass sogar die Tachonadel innen hohl gewesen sein soll“ witzelt Jochen. Porsche hat beim „Safari“ einen ziemlich simplen Dachträger mit Stahlrohren aufgeschweißt. Im Frankenwald hingegen besann man sich einer besseren Lösung.

   Der von Jochen entwickelte Dachträger wurde von der Firma Gebelein (Naila) aus 4mm Alu mit Laser geschnitten und exakt auf Dachmaß des G-Modells gekantet. Man kann sogar das Fahrzeug am Dachträger ohne Beschädigungen anschieben. Im Gegensatz zu den neuen „Oldschoolern“ befindet sich hier ausschließlich Notwendiges auf dem Dach. In der BW-Sanitätskiste findet man eine Zeltplane, eine Rolle Toilettenpapier und das skandinavische Zahlungsmittel für besondere Fälle: Mindestens eine Flasche Whisky. Ein stets gefüllter Reservekanister und ein Campinghocker nutzen den restlichen Raum auf dem Aluträger.

Normalerweise dient der auf der Heckklappe befestigte Spaten der US-Army. Er ist der Kult-Spaten schlechthin, verrät uns Jochen, der ihn wie die kämpfende Abteilung zum Vergraben des allmorgendlichen Geschäftes verwendet. Kult auch wie die Lackierung. Khakigrau RAL 7008, die Farbe des Afrikacorps 1943/44. Die Lackiererei Schwarzer aus Naila hat es szenegetreu hinbekommen.

In einem Blog „eisenmonster.de“ erzählt Jochen Erlebnisse seiner Touren. Erst im vergangenen Juli rasselte er durch Schweden für einen „nur“ 3800 Kilometer langen Trip. Er erzählt von Schotterpisten bester Qualität, von achterbahnartigen Wellen in den Kurven und jeder Menge Staub im Rückspiegel und natürlich von Elchspuren. Immer wieder packt er die Drohne aus, um von oben den Streckenverlauf zu erkunden. Der vordere Unterbodenschutz bewahrt den Tank vor Einschlägen. Auch das Getriebe wird dank einer Alu-Platte von Steinen geschützt.

 „Der 3,2 Liter Boxer ist sowieso der beste luftgekühlte Motor, den Porsche je gebaut hat“ schwört er. Mittlerweile hat die erste Maschine 350.000 Kilometer abgespult, braucht fast kein Öl und bleibt trocken. „Die Qualität ist erstaunlich“, fügt Jochen hinzu, denn abgesehen von der üblichen Wartung benötigt der 3,2 Liter keine außergewöhnlichen Maßnahmen. Das Getriebe ist in der Gesamtübersetzung verkürzt, der fünfte Gang jedoch verlängert.

 Du steigst früh um 8 Uhr ein und bretterst 10 Stunden problemlos durch die Wildnis. Die Sitze des Porsche Turbo sind unschlagbar, gebaut für lange Touren. Wie der Becker Mexico. Jeder andere Radio würde gemäß des „das ist kein Jim Beam“ Werbespots von Jochen aus dem Schacht herausgewischt werden. Mit AC/DC und Led Zeppelin via „line in“  werden prasselte Schottergesteine locker übertönt

Jochen Spörls Reiseberichte: www.eisenmonster.de

Tech Specs
Typ: Porsche 911 Carrera (G-Modell 1984)
Karosserie: Stahlblech, selbsttragend, Coupé, 2 Türen, vergrößerte Radhäuser, gelochte Stoßstangen, elektrische Seilwinde, Cibie-Scheinwerfer, Dachgepäckträger Gebelein Naila, Lüftungsgitter Eigenbau, US-Army Spaten, Unterfahrschutz hinten (Getriebe) und vorne (Tank)
Lackierung: Khakigrau RAL 7008, Afrikakorps 1942/43 (Schwarzer Naila)
Interieur: Porsche Turbo Sitze im Used Look, Becker Mexico mit „line in“ Eingang für iPhone, 33er OMP-Lenkrad
Motor: 6-Zylinder Boxer, luftgekühlt
Abgasanlage: modifizierte Serie
Hubraum: 3164 ccm
Bohrung:  95 mm
Hub:  74,4 mm
Verdichtung:  10.3:1
Motorleistung:  231 PS
Kraftübertragung: Heckantrieb, gekürztes 915-Rallye-Getriebe mit langem 5. Gang, (Patutschnik) 40% Sperre
Radaufhängungen (vorne): Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen, Querlenker, Stabilisator, Bilstein Spezial (Lizenz Brandenburg)
Radaufhängungen (hinten): Einzelradaufhängungen an Schräglenkern, Stabilisator, Bilstein Spezial (Lizenz Brandenburg
Bremssystem: hydraulisch betätigtes Zweikreis-Sicherheitssystem, innenbelüftete Stahlscheiben umlaufend
Räder:  6,5x16 Fuchs Felgen
Reifen:  Michelin 205/80R16
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Beschleunigung  7 Sek
Leergewicht: ca.  1300 kg

Text & Bilder: michael kolb

Fotografiert am 10. September 2016 im Steinbruch Hadermannsgrün. Beim Oldtimertreffen in Bad Steben 2016 tauchte ein hochbeiniger Martini-Nachbau auf. Um meine Neugierde zu befriedigen, stellte ich dem Besitzer zwei Fragen. „Und ich habe noch einen ganz besonderen Porsche“, machte  mich Jochen Spörl noch neugieriger. Kurz vor Ende des Treffens donnerte er schnell in seine Werkstatt und kam mit dem Wüstenfuchs zurück. Der Termin fand vier Wochen später statt. Als Foddobläzzla (wir sind noch immer in Franken) schlug ich den Steinbruch vor, den ich vom Cross-Slalom her kenne. Auch der Martini wurde im Steinbruch abgelichtet. Zum Finale erhielten wir Besuch vom Steinbruchbesitzer, ebenfalls namens Spörl, dem die angenehme Geräuschkulisse beider Porsches angelockt hatte.

 
 
Gerd Plietsch Presse
 
 

Motorsport Termine 2017 (Klick)

 
Kuba
 
 

Kuba Galerien (Klick auf Bild)

 
TEV Car Mediation
 
 

KU-LT ... mehr darüber KL-CK F BLD

 
7 by 7
 
 

Alle sieben Treffen des Toyota Team Wunsiedel auf einen Blick

 
Schachbrettmégane
 
 

Schachbrett-Albert und sein Mégane sind online

www.Tuningcars.de - SP MEDIA AGENTUR HOF GmbH · Agentur für Internet · Werbung und Design · 09281/83314-0