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 Full Metal Jacket

Ein ehemaliger Kadett E 1,3 mit individueller Eigenbau-Konstruktion mutiert zum Blechritter

Bei seinem fünften Opel Kadett gab Stephan Mach Vollgas. Als Basis der „Full Metal Jacket“ genannten Konstruktion diente ein Kadett 1,3 Vergaser, der Stück für Stück gründlich umgekrempelt wurde. Das Ergebnis ist ein sprichwörtlich einmaliger Eigenbau, der nach einer intensiven Einzelabnahme die Hürden des TÜVs überwandt.

C-Coupé, Kadett D und nun der dritte Kadett E! Sprichwörtlich trifft die Aussage „einmal Kadett, immer Kadett“ ins Schwarze. Und wenn Breitbau, dann nur ein Kadett E. Weder Kadett D noch der Nachfolger Astra F wären für den Kfz-Mechaniker, Maler und Lackierer und heute als Außendienstler für Hebebühnen in Frage gekommen. Das im für 500 Euro im ziemlich verwahrlosten Zustand erworbene 87er Vergasermodell besitzt  einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem GSi: Die Schlüsselnummer ermöglicht eine günstigere Versicherungseinstufung plus Leistungszuschlag. Nach Beseitigung der gröbsten Mängel markierten 2 Liter Motor, Felgen und Fahrwerk die erste Ausbaustufe

Die Idee zum Entwurf eines eigenen Blechbaus unterstützte ein Bekannter, der allerdings nach einigen Schweißarbeiten die Segel strich. „Spachteln ist schlimmer als Dengeln“, resümiert Stephan seinen so nicht geplanten Einsatz. Nachdem er die Maße abhängig vom 9x15 Zoll ET-36 (ha), ET03 (va) Mattig  Felgen genommen hatte, legte er zugeschnittene Blechtafeln und den Bock und gab entsprechend seinem Nachnamen Gas: Er MACHte. Wie angedeutet, zählte für ihn das Aufziehen des Spachtels als nervigste Tätigkeit, wobei er von Horst Farnbacher sehr gut unterstützt wurde. Unterhalb der Oberfläche verlaufen Edelstahlstäbe zur Stabilisation. Anstatt Zinn verwendete er Aluspachtel und dichtete alle blankgeflextzen Schweißnähte mit 2K-Kleber ab.

Die GSi-Haube erhielt einen Bösen Blick, natürlich in Blech und zusätzliche Haubenhalter. Die nun viel zu schmale Mattig Schürze wurde mit Gfk verbreitert sowie verlängert und mit Aluminium verstärkt. Irgendwann latschte ein unvorsichtiger Kumpel das Frontschwert ab, weshalb nun ein Aufkleber vor Betreten des Objektes warnt. Auch für den schwungvollen Übergang von C-Säule zum Heckfenster existierte keine Vorgabe. Nicht einmal Zeichnungen existierten von der Konstruktion. Er beschreibt den ausschließlich im Kopf existierenden Entwurf mit „a bissla Auge muss man haben“.

Am Heck kommt die vor vielen Jahren abgebrannte Firma Zastrow in Form der Schürze zu Ehren, modifiziert mit einer Diffuserblende aus Alu und mit zwei gelaserten Auslässen für den Eigenbauauspuff. Um den Umbau des Unterbodens ab B-Säule für die Eigenbau-Auspuffanlage mit durchgehendem Doppelrohr zu installieren, fiel die Reserveradmulde dem Schweißgerät zum Opfer. Der Unterboden musste neu verschweißt werden, wobei an dieser Stelle ebenfalls ein Dank der Firma Farnbacher gilt. Um der Frage nach der Generalabnahme vorzugreifen: Geräuschpegel und Abgaswerte bewegen sich im grünen Bereich. Die Einzelabnahme allgemein rangiert unter dem Begriff „etwas Größeres“, womit auch die Gebühren mit einbezogen sind.

 Apropos TÜV: Die Lufthutze auf dem Dach sollte die alleinige Kühlung übernehmen, da das Heizungs-Lüftungs Modul zunächst demontiert wurde. Ohne Heizung kein Stempel, lautete das Urteil. Die Hutze zählt nun mehr oder weniger zu den Show&Shine Attributen.

„150 PS waren zu wenig für ein Auto, das nach dem Doppelten aussieht“, bestärkt Stephan die Aufrüstung vom Sauger zum Turbo.

Der 2 Liter 16V (C20LET) aus einem Calibra Turbo erhielt leistungssteigernde Maßnahmen, die Motorsteuerung, Luftzu- und Abfuhr umfassen. Hohen Wert legte er auf Wasser- und Ölkühlung und stärkere Verrohrung. Der perfekt in den Motorraum passende Luftfilterkasten des Vectra A Turbo wurde zwecks optimaler Luftzufuhr von der Seite her aufgeschnitten. Ein Spal-Lüfter dient zur zusätzlichen Kühlung. Der Klimakühler des Vectra A ist über den Thermostat geschaltet

Nach Aufrüsten des Motors mussten die 15 Zoll Mattig Felgen weichen, da laut TÜV die Bremsen nicht mehr der Leistungsabgabe entsprachen. Zweiteilige S2 Edition in 17 Zoll bieten Raum für die  Kombination aus Porsche Bremszangen, und OPC-Scheiben. Die Edition Räder in 9x17 und 10x17 Zoll wurden ursprünglich für japanische Fahrzeuge mit dem Lochkreis von 114,3 produziert. SCC fertigte fette Adapterplatten zur Anbindung an den Opel Lochkreis von 5x110 mit dem optisch attraktiven Nebenaffekt, dass nahezu keine Überhänge der Karosserie sichtbar sind.

Der Einstieg in den Kadett wurde wie bei einem Wettbewerbsauto gestaltet. Hat man sich erstmal an den Streben des Käfigs vorbeigezwängt, fällt man in Cobra Schalensitze, die auf OMP Sitzkonsolen lagern. Das 30er Momo erfährt nach wie vor Unterstützung von einer Servolenkung, denn mit dieser Bereifung und dem gesperrten Getriebe würde der Kadett ein Kraftstudio ersetzen können.

An Instrumenten mangelt es nicht. Insgesamt 7 Uhren  im klassischen Stil helfen die Gesundheit des Motors zu verlängern.

  Sogar die Tankanzeige zählt wegen des Renntanks zu den überwichtigen Instumenten. Mit einer eingetragenen Leistung von 242 PS, rennfähigem Gewindefahrwerk  und einer bis zu 90% gesperrter Vorderachse könnte man den Kadett durchaus zu den  Kandidaten für Bergrennen zählen. „Zu schade und vor allem zu schwer“ diagnostiziert Stephan. Ein Full Metall Jacket kann kein Leichtgewicht für den Berg sein.

Flash-Facts:
Typ: Opel Kadett E LS 1,3 Vergaser (1987)
Motor:  2.0l 16V DOHC (Calibra Turbo C20LET), Ladeluftkühler, EDS Ansaugbrücke, Wastegate, Motorsteuerung optimiert, Vectra A Turbo Luftfilterkasten, Klimakühler Vectra A, Mocal Ölkühler,
Auspuff: Eigenbau mit 70mm Rohren, Reserveradmulde abgetrennt
Leistung (max): 242 PS
Kraftübertragung:  F20-Getriebe mit 90% Sperre
Fahrwerk:  K-Sport Gewindefahrwerk, höhenverstellbar
Felgen (Herst./Größe): zweiteilige S2/ Edition in 9x17 ET-08 LK 5x114,3 und 10x17 ET-25, SCC Adapterplatten 55/60 mm auf LK 5x110
Bereifung (Herst./Größe): Hankook Ventus V12/ 215/40 ZR17, 245/35ZR17
Bremsen(vo/hi): Porsche Bremszange mit Epitec Adapterplatten, Vectra C OPC Scheiben 318x28mm, Bremskraftverstärker Calibra Turbo,  (hi) Astra G OPC Scheiben und Zangen,
Weitere Extras: Eigenbau in Blech mit Edelstahlstäben stabilisiert, GSi Haube mit Bösen Blick, verbreiterte und verlängerte  Mattig Frontschürze und Frontschwert, ausgestellte und verstärkte Schwellerkästen, Zastrow Heckschürze, Alu-Diffusorblenden, kompletter Unterboden aus Aluminiumplatten verkleidet, Dom und Querlenkerstreben, Gesamtgewicht 1143 kg
Interieur: Umbau zum 2-Sitzer, Cobra Schalensitze auf OMP Sitzkonsolen, Schroth Racing 6Punkt Gurte, 30er Momo Lenkrad, Wiechers Überrollkäfig zusätzlich stabilisiert, Schaltknauf selbstgedreht, ATL-Catchtank 30 Liter zusätzlich abgeschottet, classic Rundinstrumente (Öldruck, Öltemp, Wassertemp, Tankanzeige), Mittelkonsole: Benzindruck, Turbo, Lambda,
ICE: nicht notwendig
Danksagung: Horst Farnbacher, Thomas Schulz, Tüv-Süd Herr Lindig, Wrap-Up Disign,NGC-Turbotechnik, und vor allem meine Frau Ina für ihre unendliche Geduld

Heinz Bauriedel für Opel Flash 8/2015 

Fotografiert am 10. Mai 2015 beim 17. Eintagestreffen des Opel Club Ellwangen 88 e.V.

Der Kadett traf ziemlich spät ein. (Bild 1812 in der Galerie) und sorgte bei der Einfahrt für Aufsehen. Ohne zu Zögern schnappte ich mir den Fahrer Stephan Mach und bat um eine milde Gabe in Form einer Foddoseschn. Wir fanden im Gewerbegebiet direkt neben dem Treffen eine geeignete Stelle (ich mag weder das Wort Lokäischn noch Schuuting) und legten los. Das Interview (wie immer auf Sony MSV) war ziemlich umfangreich, da er eine Menge über seinen Eigenbau zu Erzählen wusste. Leider ist das Auto weder auf dem Titel, noch als Poster zu sehen.

MK für Tuningcars.de Nov 2017

 

 
 
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