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 Der böse blaue Wolf

1987er Manta B GSi mit Vergangenheit

Verdammt lang schon schleicht dieser blaue Manta B durch die Gefilde fränkischer Opeltreffen. Und das ohne jegliche Absicht auf silberne Beute, versichert Andreas Wolf. „Spaß am Auto, Spaß mit Kumpels und Spaß bei Treffen“, lautet seine Devise. Der mittlerweile 34-jährige Manta Fahrer zählt zur gewachsenen Manta-Szene in Franken

Andreas` 87er Manta GSi spiegelt sozusagen die Szene der Neunziger wieder. Doppelscheinwerfer, satt-blaue  Lackierung, bestückt mit ATS Walzen, deren Bereifung das Wort „Abdeckung“ scheut wie der Teufel das Weihwasser. Seinen ersten Manta hat er „gscheid zamgfahrn“, wie man in Hof einen selbst verursachten Totalschaden beschreibt. Anschließend zog er bei einem Gebrauchtwagenhändler aus Bamberg einen Manta B an Land. „Nix berühmtes, aber halt viel Arbeit“; erinnert er sich. Dennoch kein Problem für einen gelernten Elektriker, der bereits mit 15 Jahren zusammen mit Kumpel Kemmi Mofas zu Mondraketen aufgerüstet hatte, um damit knatternd durch die Saalestadt zu ziehen. Der Umgang mit dem Schweißgerät war für ihn wahrlich kein Buch mit sieben Siegeln und bei diesem Manta durfte Andreas loslegen

Zunächst hat Andreas den von Außen gut aussehenden Manta „naggerd gmachd“, also leer geräumt, was mehr oder weniger Schrott ans Tageslicht beförderte. Nachdem die Drecksarbeit erledigt war, traf ihn das Glück des Tüchtigen. Ein achtloser Omega Fahrer warf seine Limousine fahrlässig ins freie Feld, wobei die 3-Liter Maschine den Überschlag ohne Schaden überlebt hatte. Wie bekomme ich ein Sixpack in den Manta? Dank des Bauplans von Wolfgang Dobmeier (WDS) fand der 3 Liter Omega-Motor perfekte Anbindung an das Getriebe und den Kardan. Die TÜV Abnahme lief ebenfalls bei Dobmeier in Schnaittenbach über die Bühne

Nicht nur unter der Haube, auch innen eroberte Omega den Rochen. Anstatt den Manta-Uhren geben die Instrumente des Omega hinter dem Irmscher Lenkrad Informationen weiter. Selbst die Mittelkonsole zählt zu den Abtrünnigen, auf deren Manta-Unterbau der Aufsatz eines Omegas trohnt. Ansonsten zeigt sich der Innenraum so ausgeräumt wie möglich ohne unnötigen Schnickschnack.

Der Pilot quetscht sich in schmale Sparco Sitze und wird notfalls von Schroth-Gurten abgefangen, die wie der Heiko-Käfig und die Mittelkonsole in hellem Rot leuchten. Die Türschalen bestehen aus Blech mit 0,5er Stärke und enthalten lediglich Tür und Fensteröffner. Ein Manta für Sparta! Elektrische Heber oder gar Zentralverriegelung? Nicht in diesem Fahrzeug! Hersteller beauftragen eine Armada an Techniker, um eine spiegelfreie Oberfläche am Armaturenbrett zu schaffen. Kerle wie der Wolf machen in stundenlanger Filler- und Schleifarbeit die Oberflächen glatt wie Aal. Glatter wie Aal.

 Hinter den Vordersitzen könnte eine Katze Eiskunstlauf trainieren, wenn sie es könnte. Allerdings müsste sie Slalomlauf  auf dem blauen Glatteis beherrschen, um nicht wegen der hoch stehenden Chrom-Verschraubung auf der Schnauze zu landen. Ein kleiner Transportraum für den Katzenkäfig wäre ja vorhanden. Der echtem Alu-Riffelblech anstatt billigem Plastik ausgestatte Kofferraum würde ja ausreichend Platz bieten.

.Mit „Treffen, Heileif und Äktschen“ zogen die Jahre vorbei. Immer stärker signalisierten die damals nicht ausgetauschten Längsträger der Auswechselbank ein taktische Zeichen, wie man es von verletzten Fußballern her kennt. Trainer Wolf erkannte auch, dass die elektrische Verteidigung wohl nur noch wenige Angriffe der Spielvereinigung Volt-Ampere überstehen würde. Auszeit! Über ein Jahr parkte der Manta für eine erneute Revision, in der alle schadhaften Teile in die Tonne flogen. Die letzten Tage der alten 07er Regelung mit zwei zu bestehenden von insgesamt vier Kriterien standen an. Kurz vor Änderung legte Andreas die Papiere bei der Stadt Hof für das 07er Kennzeichen auf die Theke. „Die wollten eine TÜV-Vollabnahme“ erinnert er sich, was schon auf Grund des Reihensechszylinders ein vergebliches Anrennen gewesen wäre. Im Landkreis Hof tickten die Uhren gnädiger für Youngtimer.

 Eine Woche vor der Umstellung auf 30 Jahre für das 07er Kennzeichen schraubte Andreas dank einem Zweitwohnsitz im Landkreis das begehrte Rote Blech  an den Manta. Quasi im letzten Augenblick wurde der böse blaue Wolf „Rot im Gesicht“ mit Bestandschutz.

Flash-Facts:
Typ: Opel Manta B GSi (1987)
Motor:  3,0 Liter Reihensechszylinder (Omega A),
Auspuff: Völkl Gruppe A Edelstahl
Leistung (max): 177 PS
Kraftübertragung: 5-Gang Schaltgetriebe (Omega A 3000) , Kardanverbindung Eigenbau, Hinterachse 3,44 ohne Sperre
Fahrwerk:  Mattig 001 Federn (-80mm), Koni gelb gekürzt
Felgen (Herst./Größe): ATS 5-Stern / 8x13 ET 1 (va), 9,5x13 ET-16 (ha)
Bereifung (Herst./Größe): Dunlop Sp9000  / 205/50R13, 225/45-13
Bremsen(vo/hi): innenbelüftete Scheibenbremsen Rekord 2,2i / Trommeln
Weitere Extras: Seitenteile leicht gezogen, Lackierung  RAL 5017 Verkehrsblau
Interieur:  Sparco EVO Sitze mit roten Schroth Gurten, Irmscher Lenkrad, Heiko Käfig

Tuningcars.de-entry: 03-02-11

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