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 Chopped Bullet

Škoda Rapid Garde AK 47 – die rollende Awtomat Kalaschnikowa

19 Zoll Räder in den verbreiterten Radkästen eines gechoppten Škoda sind die Sensation für sich. Doch dass die Kraft des gepuschten VR6 eines Volkswagen die Asphaltdecke aufreißt, macht den Škoda von Adam Králik doppelt interessant.

Lieutenant Frank Bullitt alias Adam Králik ist zurück. Anstatt mit einem Ford Mustang wie der bekannte Filmheld geht er mit einem Škoda Garde auf Verfolgungsjagd. Und er verfolgt er nicht die auf ihn angesetzten Killer, sondern die bei Treffen ausgeschriebenen Pokale. Die Jagd gestaltet sich als derart erfolgreich, dass die tschechische Firma Autoline auf ihn aufmerksam wird. Mit dem Škoda besuchen der „Schöpfer“  Adam und der neue Besitzer Richard Pluháček regelmäßig Treffen, Messen und weitere Ausstellungen.

Zum besseren Verständnis ist an dieser Stelle ein kurzer Ausflug in Škodas Modell-Historie angebracht: Mit dem Škoda 105 und 120 (Typ 472) brachte im Jahr 1976 der damalige CSSR-Hersteller zwei seiner populärsten Limousinen auf den Markt. Ab 1981 bot Škoda ein 2-türiges Coupé an, das vor allem im nationalen Motorsport für Aufsehen sorgen. Der in Serie 55 PS starke und in der Seitenansicht dem Opel Kadett C Coupé nicht unähnlicher Škoda des Typ 743 erhielt in der damaligen CSSR die Bezeichnung „Garde“. Die Exportversionen nannte man „Rapid“.

Wo auch immer der gechoppte Bolide auftaucht, sorgt er für Traubenbildung. Das tiefergelegte Dach, der enorme Breitbau und sein aggressives Gesicht mit freundlichem Halbmond-Lächeln polarisieren. Das Auto wurde um die Räder herum gebaut. Der Maßstab 19 Zoll und die bodennahe Tieferlegung dienten als Richtlinie für den Blechbau. Senkrecht stehende Scheinwerfer kennen wir von den neueren Schrankwand-Generationen wie den VW Crafter her. Adam drehte die Xenon-Scheinwerfer des Škoda Octavia um 90 Grad mit der Spitze nach unten zeigend, eingebettet in einer Schürze Marke Eigenbau. Kaufteile an der Karosserie? Fehlanzeige. Im Prinzip besteht der Garde von Kopf bis Fuß, von der Front bis zur Heckpartie aus selbst geformten Blechteilen, deren Spalt sorgsam verschlossen wurde. Niemand soll erkennen, wo die Verbreiterungen beginnen oder die Heckschürze seitlich abschließt. „Topchop“, das Tieferlegen von Dächern ist mittlerweile in Tschechien an der Tagesordnung.

Meist sind es Coupés, deren Gesamthöhe um ungefähr 8 cm verringert wird. Bleibt der Winkel der Säulen bestehen, muss die Dachfläche vergrößert werden. Adam kappte die Holme, stückelte das Dach in einzelne Partitionen und schweißte es auf einem Hilfsrahmen mit zusätzlichen Blechstreifen neu zusammen. Auch die Heckansicht lässt nichts an Spannung missen. Tatsächlich können 188 cm Breite nachgemessen werden, in Blech verpackt mit optisch ansprechenden Details wie den kleinen Hella Rückleuchten. Die Geschichte der Räder klingt exotisch. Der hintere Radsatz im Gardemass von 11x19 Zoll entstand aus vier einzelnen 9x19 Rädern. Von zwei wurde die Sternseite abgetrennt, von den anderen die hintere Seite. Die Hälften wurden mit einem breite Zwischenstück zusammengeschweißt. Die exakte Beschreibung des Verfahrens scheiterte leider an der Sprachbarriere.

Die seitlichen Lufteinlässe unterhalb der B-Säule muten schon fast italienisch an. Notwendig sind sie allemal, weil der einströmende Fahrtwind ein Aggregat kühlen muss, das normalerweise vorne verankert ist. Der Exportmotor des Volkswagen VR6, ein in Serie 174 PS starker 2,8 Liter 6-Zylinder,  verhilft dem Garde zu außergewöhnlichen Fahrleistungen. Diese in Deutschland nicht angebotene Maschine (in D 2869 ccm mit 190 PS) und das 5-Gang Getriebe sitzen auf einem Schemel auf Höhe der Hinterachse.

 „Der von Motor war günstig, weil mit Motorschaden gekauft“, berichtet Adam, der nach Instandsetzung des Lagerschadens einen Chip von Pitpower einsetzte. Die Auspuffanlage kann nur aus eigener Werkstatt stammen. Ohne Kat, nur mit einem sichtbaren Resonator bestückt, sorgen vor allem die in die Heckschürze eingebetteten Ovale für Aufmerksamkeit von Aug und Ohr. Geschätzte 200 Pferde haben ein leichtes Spiel mit dem Flachmann, der sich nur zu gerne auf dem Catwalk in Pribram und der Viertelmeile bei „Mimonske Valky“, dem größten Treffen in der Tschechischen Republik sehen lässt.

Das Cockpit ist nicht mehr das eines Rapids. Eine in weißen Leder abgenähte, asymmetrische Hügelkette nimmt Drehzahl- und Tachometer auf. Der Schriftzug AK-47 fällt auf. Awtomat Kalaschnikowa oder Adam Králik. Adam gab seinem Škoda die Bezeichnung für die am meisten produzierte Waffe weltweit – Kalaschnikow. Hinter den beiden weiß gesteppten Subaru Imprezza Sitzen fängt der Motorraum an. Er ist laut, innen sowie außen, verdammt laut. Beim Trubel der Treffen fällt die brachiale Lautstärke des VR6 kaum auf. Seit er für Richards Autoline auf Messen steht, erfüllt er einen neuen Zweck als Besuchermagnet.

Subaru Imprezza Sitze in weißem Leder

Pech bei der Fotosession: wie man im Vordergrund am Ölfleck erkennt, hatte es bei der Anfahrt das Getriebe zerrisssen

Fotosession: Tuning Extreme Show Příbram VII vom 9. August (Klick auf Bild)

Fahrfoto aus der Session 1 Jahr zuvor in Mimon

noch im matten Orange

AK = Adam Králik --> Klick verlinkt zum 11. Tuningtreffen auf dem Flugplatz Hradčaný bei Mimoň vom 4./5. Mai 2007

Basisfahrzeug: Škoda Garde (Rapid) 1979
Motor: VR6,2792 ccm (Golf/Corrado/Jetta), Pitpower Chiptuning, K&N Filter, VR6 Synchro- Getriebe
Leistung: 200 PS plus
Auspuffanlage: Edelstahl-Eigenbauanlage mit zwei ovalen Endrohren (Motorrad-Zubehör)
Felgen: MAK M7, 9x19 Zoll ET unbekannt (VW-LK 5x100), 11x19 Zoll ET unbekannt
Reifen: Nankang 215/35x19, 255/35x19
Bremsen: AP Racing 4 Kolben-Anlage, 330mm Scheiben,
Fahrwerk: KW Gewindefahrwerk (modifiziert)
Karosserie:  Skoda Octavia II Scheinwerfer, Top-Chop, Motorhaube und Schürzen Eigenbau, Motorhaube Eigenbau, Verbreiterung in Blech (1,88 cm Gesamtbreite), Hella Heckleuchten, Heckscheibe und Seitenscheibe aus Plexiglas, Formel I Rückspiegel
Lackierung: Lamborghini-Orange, Airbrush Detlef-Design
Innenraum: Subaru Imprezza Sitze, Leder komplett, 32cm Momo Lenkrad, Kevlar Türschalen, Cockpit Gfk

.. hätte eigentlich auf Papier veröffentlicht werden sollen, aaaaber ...

tuningcars.de-entry: 08-05-09

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